Bonität26. Juni 2026· 5 Min.

CRIF Bürgel: Was macht die Auskunftei und wie unterscheidet sie sich von Creditreform?

Internationale Auskunftei, eigener Score, Verbraucher- und Unternehmensdaten – was Käufer und Verkäufer wissen sollten.

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Redaktion · M&A und GmbH-Nachfolge

Neben der Creditreform ist CRIF Bürgel die zweite große Auskunftei für Unternehmen in Deutschland. Wer sich beim GmbH-Kauf nur auf eine Quelle verlässt, bekommt nur die halbe Wahrheit. Banken, Versicherer und institutionelle Käufer ziehen routinemäßig beide Auskünfte – und vergleichen sie.

Wer ist CRIF Bürgel?

CRIF Bürgel ist die deutsche Tochter der italienischen CRIF-Gruppe mit Hauptsitz in Bologna. Die ehemalige Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH wurde 2017 vollständig in CRIF integriert. Heute ist das Unternehmen in mehr als 30 Ländern aktiv – ein Pluspunkt bei internationalen Geschäftsbeziehungen, weil ein Score über Ländergrenzen hinweg vergleichbar wird.

Was unterscheidet CRIF Bürgel von der Creditreform?

Während die Creditreform fast ausschließlich Unternehmensdaten erhebt, deckt CRIF Bürgel zusätzlich den Verbraucherbereich umfangreich ab. Auch die Scoring-Modelle unterscheiden sich: CRIF arbeitet mit eigenen Risikoklassen, einer 1–6-Skala („Bonitätsklasse') und einem eigenen Score, der sich nicht 1:1 in den Crefo-Index umrechnen lässt.

Welche Daten erhebt CRIF?

  • Handelsregister-, Insolvenz- und Schuldnerverzeichnis-Daten
  • Eigene Risikoanalysen und Branchenmodelle
  • Bilanzdaten und Jahresabschlüsse
  • Adress- und Stammdaten von Unternehmen und Privatpersonen
  • Internationale Datenbestände über die CRIF-Gruppe

Warum Banken und Versicherer oft beide Auskünfte nutzen

Banken kombinieren häufig mehrere Quellen, um ein robusteres Bild zu erhalten. Eine schlechte Bewertung in einer Auskunftei kann durch eine bessere in der anderen relativiert werden – und umgekehrt. Versicherer prüfen zudem zusätzliche Daten, etwa zu Schadenshäufigkeiten und Risikoklassen. Für den Verkäufer bedeutet das: Beide Auskünfte sollten aktuell und stimmig sein.

Auswirkung auf den GmbH-Verkauf

Ein institutioneller Käufer – etwa eine Beteiligungsgesellschaft oder ein Family Office – wird in der Due Diligence beide Auskünfte einholen. Widersprüche zwischen Crefo und CRIF (etwa unterschiedliche Geschäftsführer oder Adressen) wecken Misstrauen und führen zu Rückfragen, die den Prozess verzögern. Konsistenz beider Datenbestände ist deshalb ein Verkaufsvorbereitungsschritt.

Eigenauskunft und Korrektur

Auch bei CRIF Bürgel besteht Anspruch auf Eigenauskunft nach DSGVO. Korrekturen erfolgen über das Online-Portal oder direkt per E-Mail an den Kundendienst. Wer Korrekturen einmal jährlich systematisch durchführt, vermeidet böse Überraschungen im Verkaufsprozess.

Praxistipp: Eine Pflege für drei Auskunfteien

Die Bonitätsmanager-App der VR Smart Finanz speist BWA, Jahresabschluss und Stammdaten zentral an Creditreform, CRIF Bürgel und Schufa. Statt drei Auskunfteien einzeln zu beliefern, pflegen Sie Ihre Daten an einer Stelle. Eine eigene Beitragsempfehlung dazu finden Sie in unserem Blog.

Fazit

Wer seine GmbH verkaufen oder neue Bankfinanzierungen aufnehmen will, sollte beide Auskünfte einmal jährlich prüfen und Korrekturen frühzeitig anstoßen. Die zentralen Hebel sind aktuelle Jahresabschlüsse, korrekte Stammdaten und ein realistisches Bild der Mitarbeiter- und Umsatzentwicklung.

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