Wer steht hinter der Creditreform?
Die Creditreform ist ein Verbund eigenständiger Vereine, organisiert unter dem Verband der Vereine Creditreform e. V. mit Sitz in Neuss. Gegründet 1879 ist sie heute die größte deutsche Auskunftei für Unternehmensinformationen.
Anders als die Schufa, die primär Verbraucherdaten erhebt, konzentriert sich die Creditreform auf gewerbliche Daten – also Kapitalgesellschaften, Einzelunternehmen, Freiberufler und deren wirtschaftliche Verflechtungen.
Welche Daten erhebt die Creditreform?
Pflichtveröffentlichungen aus Handelsregister, Bundesanzeiger und Insolvenzbekanntmachungen werden systematisch ausgewertet.
Hinzu kommen eigene Recherchen, Bilanzanalysen, Branchenkennzahlen und gemeldete Zahlungserfahrungen aus dem Forderungsmanagement der Mitgliedsfirmen.
Aus diesen Bausteinen entsteht die sogenannte Wirtschaftsauskunft – das zentrale Produkt der Creditreform.
Bonitätsindex und Crefo-Nummer
Jede in Deutschland aktive Gesellschaft erhält eine eindeutige Crefo-Nummer. Daran hängen Bonitätsindex (100 bis 600), Zahlungsweise, Kreditlimit-Empfehlung und ein Ampel-Risikourteil.
Käufer einer GmbH erkennen anhand des Bonitätsindex auf einen Blick, ob die Gesellschaft seit Jahren wirtschaftet, ob es Auffälligkeiten gibt und wie Geschäftspartner einer Zusammenarbeit gegenüberstehen.
Bedeutung beim GmbH-Verkauf
Eine geordnete Creditreform-Historie ist ein wichtiger Werthebel beim Verkauf. Sie signalisiert dem Käufer, dass die Gesellschaft kein Mantel, sondern ein gelebtes Unternehmen ist – mit Lieferantenbeziehungen, Bankhistorie und ggf. eigener Kundenbasis.
Die Crefo-Auskunft ist im Verkaufsprozess häufig das erste Dokument, das ein Käufer einsieht – noch vor BWA und Jahresabschluss.
Voraussetzungen für einen Verkauf
- ▪Die Gesellschaft ist im Handelsregister eingetragen
- ▪Eine Crefo-Nummer existiert (wird automatisch vergeben)
- ▪Pflichtveröffentlichungen sind aktuell hinterlegt
Mögliche Risiken
- ▪Veraltete oder unvollständige Daten können den Bonitätsindex senken
- ▪Falsche Branchenkennzahlen führen zu fehlerhaften Bewertungen
- ▪Negativmerkmale (z. B. Inkasso) bleiben mehrere Jahre sichtbar
Erforderliche Unterlagen
- ▪Aktueller Creditreform-Auszug (Selbstauskunft)
- ▪Jahresabschlüsse
- ▪Handelsregisterauszug
Typischer Ablauf
- 01Selbstauskunft bei Creditreform anfordern
- 02Daten auf Aktualität prüfen lassen
- 03Bei Bedarf Korrekturen über das Bonitätsupdate-Verfahren beantragen
- 04Auskunft dem Käufer im Datenraum bereitstellen
Selbstauskunft meist innerhalb von 1–3 Werktagen.
Eine Selbstauskunft ist DSGVO-rechtlich kostenfrei. Erweiterte Wirtschaftsauskünfte sind kostenpflichtig (Einzelpreis ab ca. 30 €, häufig im Abo).
Häufige Fehler
- ▪Den eigenen Crefo-Eintrag jahrelang nicht prüfen
- ▪Veraltete Adressen oder Geschäftsführer-Daten nicht korrigieren
- ▪Negative Zahlungserfahrungen nicht klären
Häufige Fragen
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