GmbH-Klartext · Folge 34
GmbH mit Verlustvortrag kaufen – Steuervorteil inklusive?
1:14 Min. · veröffentlicht am
Worum es in dieser Folge geht
Eine GmbH mit hohen Verlustvorträgen kaufen und später Steuern sparen? Diese Rechnung geht in Deutschland meist nicht auf. In Folge 34 von GmbH-Klartext erklären wir aus Käufersicht, was mit dem Verlustvortrag beim Anteilskauf passiert.
Das klärt die Folge:
- Die Regel: Werden innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 Prozent der Anteile oder Stimmrechte an einen Erwerber übertragen, sind die bis dahin nicht genutzten Verluste vollständig nicht mehr abziehbar (§ 8c Abs. 1 KStG). Nahestehende Personen und Erwerbergruppen mit gleichgerichteten Interessen zählen zusammen.
- Gewerbesteuer: Für den Gewerbeverlust gilt dieselbe Regel (§ 10a Satz 10 GewStG).
- Beispiel: Eine GmbH hat 200.000 Euro Verlustvortrag, Sie kaufen alle Anteile. Danach darf die GmbH spätere Gewinne in der Regel nicht mehr mit diesen alten Verlusten verrechnen.
- Ausnahmen: wenige und eng – die Konzernklausel bei Umstrukturierungen im Konzern, vorhandene im Inland steuerpflichtige stille Reserven und auf Antrag der fortführungsgebundene Verlustvortrag (§ 8d KStG). Dieser setzt voraus, dass derselbe Geschäftsbetrieb unverändert weiterläuft. Bei einem stillgelegten Mantel hilft er nicht.
- Einordnung: Ein Verlustvortrag ist selten ein Kaufargument. Entscheidend sind Historie, Unterlagen und Perspektive. Steuerfolgen vor dem Kauf mit dem Steuerberater prüfen.
Die Tafel im Video ist eine vereinfachte Beispielansicht. Kein Anspruch auf ein passendes Angebot.
Das Gespräch zum Nachlesen
Leon Stern (Unternehmer): Ich will eine GmbH mit hohem Verlustvortrag kaufen. Spare ich damit später Steuern?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Meist nicht. Gehen innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 Prozent der Anteile an einen Erwerber, sind die bisher nicht genutzten Verluste vollständig verloren.
Leon Stern (Unternehmer): Und bei der Gewerbesteuer?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Dort gilt dieselbe Regel für den Gewerbeverlust. Nahestehende Personen und Erwerbergruppen mit gleichen Interessen werden zusammengerechnet.
Leon Stern (Unternehmer): Wie sieht das konkret aus?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Eine GmbH hat 200.000 Euro Verlustvortrag. Sie kaufen alle Anteile. Danach darf die GmbH spätere Gewinne in der Regel nicht mehr mit diesen alten Verlusten verrechnen.
Leon Stern (Unternehmer): Gibt es Ausnahmen?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Wenige. Etwa Umstrukturierungen im Konzern, soweit stille Reserven vorhanden sind, oder auf Antrag der fortführungsgebundene Verlustvortrag. Dafür muss derselbe Geschäftsbetrieb weiterlaufen. Bei einem stillgelegten Mantel hilft das nicht.
Leon Stern (Unternehmer): Ist der Verlustvortrag dann überhaupt ein Kaufargument?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Selten. Entscheidend sind Historie, Unterlagen und Perspektive. Lassen Sie die Steuerfolgen vorab vom Steuerberater prüfen. Ihre Wunsch-GmbH beschreiben Sie im Suchprofil auf nachfolgehaus.de.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.



