Sofort handlungsfähig – ohne Anlaufphase
Eine Neugründung dauert vom Notartermin bis zur Handelsregistereintragung mehrere Wochen. In dieser Zeit ist die Gesellschaft nur eingeschränkt geschäftsfähig (Vor-GmbH-Stadium).
Eine gekaufte GmbH ist bereits eingetragen, hat ein Geschäftskonto und kann am Tag des Notartermins voll handeln – Verträge schließen, Aufträge annehmen, Rechnungen stellen.
Crefo-Historie und Bonität
Eine neu gegründete GmbH startet mit einem mittleren bis schwachen Bonitätsindex, weil schlicht keine Historie existiert. Lieferanten verlangen Vorkasse, Banken sind zurückhaltend.
Eine bestehende GmbH mit mehrjähriger Historie hat in der Regel einen deutlich besseren Index. Sie wirkt von Anfang an wie ein etabliertes Unternehmen – weil sie eines ist.
Bankverbindung, Verträge und Strukturen
Bestehende Bankverbindungen, Versicherungen, Mietverträge und Lieferantenkonten laufen unverändert weiter. Das spart Zeit, Aufwand und Verhandlungsdruck.
Insbesondere bei Geschäftskonten zeigen sich Banken bei Neugründungen oft restriktiv – etablierte Konten sind ein konkreter Vorteil.
Aktive GmbH mit Umsatz: Übernahme eines laufenden Betriebs
Beim Kauf einer aktiv geführten GmbH übernimmt der Käufer einen funktionierenden Betrieb – mit Kundenbeziehungen, Mitarbeiterstamm, Marke und Prozessen.
Der Aufbau dieser Werte hätte als Neugründung Jahre gedauert. Der Kaufpreis ist häufig nur ein Bruchteil dessen, was eine vergleichbare Eigenaufbauarbeit kosten würde.
Steuerliche und strukturelle Vorteile
In bestimmten Konstellationen können Verlustvorträge fortgeführt werden – wirtschaftlich nutzbar nur, wenn die Voraussetzungen des § 8c/8d KStG eingehalten sind. Hier ist steuerliche Beratung zwingend.
Auch holdingstrukturierte Übernahmen sind über eine bestehende GmbH oft einfacher umzusetzen als über eine Neugründung.
Risiken und worauf zu achten ist
Eine gekaufte GmbH übernimmt alle bestehenden Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Vor dem Kauf gehört daher eine sorgfältige Prüfung von Bilanz, Verträgen, Steuerlage und etwaigen Rechtsstreitigkeiten zum Pflichtprogramm.
Über das Nachfolgehaus erhalten Käufer Gesellschaftsprofile mit transparent dargestelltem Bonitätsstatus und Unterlagen – das reduziert Risiken erheblich.
Voraussetzungen für einen Verkauf
- ▪Notarieller Geschäftsanteilskaufvertrag
- ▪Prüfung der Bilanzen und Verträge
- ▪Klärung der steuerlichen Implikationen
Mögliche Risiken
- ▪Übernahme bestehender Verbindlichkeiten
- ▪Verdeckte Risiken aus Altverträgen
- ▪Verlust eines Verlustvortrags bei schädlichem Beteiligungserwerb
Erforderliche Unterlagen
- ▪Handelsregisterauszug
- ▪Letzte zwei Jahresabschlüsse
- ▪Aktuelle BWA
- ▪Bonitätsauskunft (Creditreform / CRIF Bürgel)
Typischer Ablauf
- 01Auswahl einer passenden Gesellschaft
- 02Prüfung der Unterlagen und Bonität
- 03Verhandlung von Kaufpreis und Garantien
- 04Notarieller Geschäftsanteilskaufvertrag und Übergabe
Bei vorbereiteten Gesellschaften 1–4 Wochen bis zum Closing.
Notar- und Registerkosten trägt beim Direktankauf über Nachfolgehaus regelmäßig der Käufer. Der Kaufpreis hängt von Bonität, Historie und ggf. operativem Geschäft ab.
Häufige Fehler
- ▪Kaufpreis isoliert betrachten ohne Berücksichtigung der eingesparten Aufbauzeit
- ▪Bonitätshistorie unterschätzen
- ▪Steuerliche Folgen ohne Berater einschätzen
Häufige Fragen
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