Wissen · GmbH-Verkauf

GmbH ohne Umsatz verkaufen

Eine GmbH ohne aktuellen Umsatz wirkt auf den ersten Blick uninteressant – tatsächlich gibt es jedoch konkrete Käufergruppen. Der Wert ergibt sich aus Substanz, Bonität, Bankverbindung und Verlustvorträgen.

Verfasst von Redaktion NachfolgehausVeröffentlicht: 12.3.2026Aktualisiert: 27.6.2026
Auf einen Blick
  • Der Verkauf ist auch ohne laufenden Umsatz realistisch.
  • Wertbestimmend sind Substanz, Vertragsbestand und steuerliche Position.
  • Käufer reaktivieren die Gesellschaft häufig für neue Projekte.
  • Wirtschaftliche Neugründung kann beim Käufer eintreten.

Warum gibt es Käufer für umsatzlose GmbHs?

Käufer sparen Gründungszeit, übernehmen ein bestehendes Stammkapital, eine etablierte Handelsregister-Historie und – falls vorhanden – steuerliche Verlustvorträge.

Insbesondere Holdingstrukturen und Projektgesellschaften nutzen umsatzlose GmbHs als Vehikel.

Welche Werthebel sind relevant?

Eingezahltes Stammkapital und Bankguthaben bilden die Substanz.

Verlustvorträge, vorhandene Verträge und Bonitätswerte erhöhen das Interesse. Saubere Buchhaltung ist Voraussetzung.

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Verkauf vs. Liquidation

Bei werthaltiger Substanz lohnt der Verkauf in vielen Fällen mehr als die Liquidation, weil das Sperrjahr entfällt und der Erlös schneller fließt.

Voraussetzungen für einen Verkauf

  • Keine Insolvenzreife
  • Aktuelle Buchhaltung
  • Eingezahltes Stammkapital
  • Geordnete Bankverbindung

Mögliche Risiken

  • Wegfall von Verlustvorträgen nach § 8c KStG
  • Steuerliche Effekte aus wirtschaftlicher Neugründung
  • Bei verspäteten Offenlegungen Bußgelder

Erforderliche Unterlagen

  • Handelsregisterauszug
  • Jahresabschlüsse der letzten zwei Jahre
  • Letzte BWA / Nullsumme
  • Kontoauszug zum Nachweis des Bankguthabens

Typischer Ablauf

  1. 01Bestandsaufnahme der Substanz
  2. 02Indikativer Kaufpreis
  3. 03NDA und Übermittlung der Unterlagen
  4. 04Notarielle Anteilsübertragung
  5. 05Eintragung der neuen Gesellschafter
Bearbeitungsdauer

Drei bis fünf Wochen bei vollständigen Unterlagen.

Kosten

Notar- und Registerkosten trägt bei eigenem Ankauf der Käufer. Eigener Beratungsaufwand des Verkäufers ist individuell.

Häufige Fehler

  • Bankkonto vor Verkauf schließen
  • Vorhandene Verlustvorträge nicht offenlegen
  • Offenlegungspflichten versäumen

Häufige Fragen

Ja, wenn Stammkapital, Verträge, Bankguthaben oder Verlustvorträge vorhanden sind.
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung dar. Bei rechtlichen oder steuerlichen Einzelfragen sollte eine entsprechend qualifizierte Beratung eingeholt werden.

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