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Escrow-Konto bei M&A: Ablauf, Kosten und Vertragsklauseln

Escrow-Konto beim Unternehmenskauf: wer verwahrt, wann ausgezahlt wird, was Notar und Bank kosten und welche Klauseln Streit vermeiden.

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Redaktion · M&A und GmbH-Nachfolge
Käufer und Verkäufer unterzeichnen gemeinsam ein Escrow Agreement
Käufer und Verkäufer unterzeichnen gemeinsam ein Escrow Agreement

Ein Escrow-Konto ist ein Treuhandkonto, auf dem ein Teil des Kaufpreises bei einem neutralen Dritten, dem Escrow Agent, hinterlegt wird. Weder Käufer noch Verkäufer können allein darüber verfügen. Ausgezahlt wird erst, wenn die im Escrow Agreement festgelegten Bedingungen eintreten, zum Beispiel ein nachgewiesener Garantieanspruch oder der Ablauf der vereinbarten Frist. In deutschen Transaktionen übernehmen meist der beurkundende Notar (Notaranderkonto) oder eine Geschäftsbank diese Rolle.

Kurz gesagt

  • Ein Escrow sichert Garantie- und Freistellungsansprüche des Käufers ab, ohne dass der Verkäufer das Zahlungsrisiko des Käufers trägt, denn das Geld verlässt den Zugriff des Käufers.
  • In der Praxis werden zwischen 2 und 25 % des Kaufpreises hinterlegt, häufig 5 bis 15 % für 12 bis 24 Monate; die Laufzeit sollte zur Verjährung der abgesicherten Ansprüche passen.
  • Kernstück ist die Auszahlungsregel: gemeinsame Weisung, rechtskräftiger Titel oder Fristablauf. Bei Streit bleibt nur der strittige Betrag gesperrt.
  • Beim Notar kostet die Verwahrung je Auszahlung eine 1,0-Gebühr nach Tabelle B GNotKG, bei 100.000 € Auszahlung 273 € zzgl. USt.
  • Steuerlich gehört der hinterlegte Betrag zum Veräußerungspreis; fließt später etwas an den Käufer zurück, wird der Gewinn rückwirkend korrigiert.

Was ist ein Escrow-Konto beim Unternehmenskauf?

Beim Unternehmenskauf hat vor allem der Käufer ein Interesse daran, spätere Ansprüche aus Garantieverletzungen oder Freistellungen auch tatsächlich durchsetzen zu können. Ein Zahlungsanspruch gegen einen Verkäufer, der den Kaufpreis längst ausgegeben hat, ist wenig wert. Das Escrow löst dieses Problem: Der Käufer zahlt einen Teil des Kaufpreises (Escrow Amount) nicht an den Verkäufer, sondern an einen Treuhänder (Escrow Agent), der ihn für einen vereinbarten Zeitraum verwahrt.

Laut RÖDL (Februar 2026) hat sich dieses Modell als für beide Seiten faires Sicherungsmittel bewährt. Im Unternehmenskaufvertrag stehen meist nur Höhe, Sicherungszweck und Kostentragung; die Einzelheiten regelt ein separates Escrow Agreement zwischen Käufer, Verkäufer und Escrow Agent. Die Auszahlungsbestimmungen bilden dessen Kern.

Escrow oder Kaufpreiseinbehalt? Der Unterschied liegt darin, wer das Geld hält:

  • Beim Kaufpreiseinbehalt (Retention) behält der Käufer einen Teil des Kaufpreises selbst. Der Verkäufer trägt das Risiko, dass der Käufer später zahlungsunfähig ist oder die Freigabe mit behaupteten Ansprüchen verzögert. Höhe und Fristen eines Einbehalts erklären wir im Beitrag zum Kaufpreisrückbehalt bei M&A.
  • Beim Escrow liegt das Geld bei einem neutralen Dritten. Der Verkäufer trägt kein Ausfallrisiko des Käufers, der Käufer hat einen gesicherten Zugriff, wenn sein Anspruch feststeht.
  • Nur das schriftliche Escrow Agreement bindet den Treuhänder an die vereinbarten Auszahlungsregeln. Eine mündliche Abrede reicht nicht.

Wann ist ein Escrow im M&A sinnvoll?

Ein Escrow lohnt sich, wenn Risiken nach dem Closing realistisch, aber noch nicht bezifferbar sind. Drei Fallgruppen kommen besonders häufig vor:

  1. Garantie- und Freistellungsansprüche: Der Käufer will sicherstellen, dass er bei einer verletzten Garantie oder einer fälligen Freistellung nicht erst klagen und vollstrecken muss. Wie Garantien und Freistellungen zusammenspielen, zeigen unsere Beiträge zu Verkäufergarantien beim Share Deal und zu Freistellungen bei M&A.
  2. Bekannte Einzelrisiken: Eine laufende Betriebsprüfung, ein anhängiger Rechtsstreit oder ein offener Förderbescheid. Hier ist ein zweckgebundenes Escrow für genau dieses Risiko oft sinnvoller als ein pauschaler Betrag.
  3. Kaufpreisanpassungen und Earn-outs: Steht der endgültige Kaufpreis erst nach Closing Accounts oder nach einer Earn-out-Periode fest, kann ein Escrow den strittigen Teil bis zur Abrechnung parken.

Bei kleinen, gut geprüften Transaktionen mit sauberer Due Diligence ist ein Escrow dagegen oft verzichtbar. Ob Käufer ihn verlangen, hängt stark davon ab, wie viele Risiken offen geblieben sind.

Wie hoch ist ein Escrow und wie lange läuft er?

Übersicht über typische Escrow-Parameter: Höhe, Laufzeit, Auszahlung und Streitregeln
Übersicht über typische Escrow-Parameter: Höhe, Laufzeit, Auszahlung und Streitregeln

Laut Haufe (Deutsches Anwalt Office) richtet sich die Höhe des Einbehalts nach den zu erwartenden Risiken; Beträge zwischen 2 und 25 % des Kaufpreises sind üblich. Die M&A-Kanzlei KKZ nennt in ihrer Praxisübersicht vom Mai 2026 häufig 5 bis 15 % und eine Laufzeit von meist 12 bis 24 Monaten, bei steuerlichen oder regulatorischen Risiken auch länger.

ParameterÜblicher RahmenWoran Sie ihn ausrichten
Höhe2–25 % des Kaufpreises, häufig 5–15 %Ergebnis der Due Diligence, Garantie-Cap
Laufzeitmeist 12–24 MonateVerjährung der abgesicherten Ansprüche
Freigabegestaffelt, z. B. Teilbetrag nach 12 MonatenZeitpunkt, zu dem Risiken typischerweise auftreten
Auszahlung an Käufernur bei gemeinsamer Weisung oder rechtskräftigem TitelHaftungsregime im Kaufvertrag
Zinsen und Kostenausdrücklich zuordnensonst Streit, der mit dem Risiko nichts zu tun hat

RÖDL empfiehlt, die Laufzeit an die Verjährungsfristen im Kaufvertrag anzulehnen und den Betrag gestaffelt freizugeben. Haufe weist zusätzlich darauf hin, dass ausdrücklich geregelt sein muss, wem die Zinsen zustehen und wie abgerechnet wird.

Was gehört ins Escrow Agreement?

Ein Escrow funktioniert nur so gut wie seine Auszahlungsregeln. Der Treuhänder soll den Kaufvertrag nicht auslegen müssen; er braucht klare, prüfbare Auslöser. Nach RÖDL kommen vor allem drei Auslöser in Betracht:

  • Gemeinsame schriftliche Weisung von Käufer und Verkäufer.
  • Rechtskräftiges Urteil oder Anerkenntnis eines Garantie- oder Freistellungsanspruchs.
  • Ablauf der Frist für den verbleibenden Restbetrag.

Eine bloße außergerichtliche Geltendmachung durch den Käufer sollte nach RÖDL keine Auszahlung an ihn auslösen, sondern höchstens eine Sperrwirkung: Der betroffene Betrag geht vorerst nicht an den Verkäufer. KKZ beschreibt die übliche Folge: Der strittige Betrag bleibt gesperrt, der unstrittige Rest wird freigegeben. Das verhindert, dass ein kleiner Streit das gesamte Guthaben blockiert.

Laut der Kanzlei Herfurtner sind unklare Klauseln zu Mängelrügen, Fristen, Schiedsgutachten und Gegenansprüchen besonders streitanfällig. Vor der Unterschrift sollten deshalb feststehen:

  1. Die Frist, innerhalb derer der Käufer Ansprüche anmelden muss, abgestimmt auf die Garantiefristen im Kaufvertrag.
  2. Form und Inhalt einer Anspruchsanmeldung (schriftlich, mit Begründung und Betrag).
  3. Ein Verfahren für Streitfälle, etwa ein Schiedsgutachter für Rechenfragen bei Kaufpreisanpassungen.
  4. Die Staffelung der Freigabe und die Behandlung von Teilbeträgen.
  5. Haftung des Escrow Agents (üblich: nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit), seine Vergütung und wer sie trägt.
  6. Rechtswahl und Gerichtsstand für Streit aus dem Escrow Agreement selbst.
Profi-Tipp

Lassen Sie Kaufvertrag und Escrow Agreement parallel entwerfen. Weichen Fristen oder Haftungsgrenzen voneinander ab, entsteht genau der Streit, den das Escrow verhindern soll.

Notaranderkonto oder Bank: Wer verwahrt das Geld?

In Deutschland kommen als Escrow Agent laut RÖDL regelmäßig der beurkundende Notar oder Geschäftsbanken in Betracht, seltener Rechtsanwälte oder Wirtschaftsprüfer. Haufe nennt als Bankvariante auch ein Gemeinschaftskonto, über das Käufer und Verkäufer nur gemeinsam verfügen können (Und-Konto).

KriteriumNotaranderkontoBank-Treuhandkonto / Und-Konto
Rechtsgrundlagegesetzlich geregelt (§§ 57 ff. BeurkG), nur bei berechtigtem Sicherungsinteressevertraglich, Bedingungen der Bank
Verfügungnur der Notar persönlich, streng nach VerwahrungsanweisungBank nach Escrow Agreement bzw. beide Parteien gemeinsam
Kostengesetzliche Gebühr je Auszahlung (Nr. 25300 KV GNotKG)frei verhandelt, Angebot einholen
Flexibilitäteng an die Anweisung gebunden, kein Ermessenindividuelle Regelungen möglich, je nach Bank
Vorlaufmeist gering, da der Notar den Deal ohnehin beurkundetKontoeröffnung mit Identifizierung nach Geldwäschegesetz

Für das Notaranderkonto gilt nach notar.de: Das Geld muss unverzüglich auf ein Sonderkonto für Fremdgelder gebucht werden, verfügen darf nur der Notar persönlich (bzw. sein amtlich bestellter Vertreter), und bei der Auszahlung hat er sich streng an die vereinbarten Voraussetzungen zu halten. Ein Ermessen hat er nicht. Die Notarkammern warnen zugleich vor Betrügern, die angebliche Notaranderkonten anbieten. Prüfen Sie deshalb Notar und Kontaktdaten in der Notarauskunft auf notar.de, bevor Sie überweisen.

Bei Banken verlangt das Geldwäschegesetz die Identifizierung aller Beteiligten und oft auch der wirtschaftlich Berechtigten. Herfurtner weist zudem darauf hin, dass ein offen als Treuhandkonto geführtes Konto in der Insolvenz des Treuhänders deutlich besser geschützt ist als ein verdecktes Konto. Planen Sie die Unterlagen deshalb vor dem Signing ein, nicht kurz vor dem Closing. Wie Signing und Closing ablaufen, erklärt unser Beitrag Signing und Closing beim Unternehmensverkauf.

Was kostet ein Escrow-Konto?

Beim Notaranderkonto sind die Kosten gesetzlich festgelegt: Nach Nr. 25300 KV GNotKG fällt je Auszahlung eine 1,0-Gebühr an, berechnet nach dem ausgezahlten Betrag und der Tabelle B des GNotKG. Für Beträge über 13 Mio. € beträgt die Gebühr insoweit 0,1 % des Auszahlungsbetrags.

Auszahlung1,0-Gebühr (Tabelle B, netto)
50.000 €165 €
80.000 €219 €
110.000 €273 €
200.000 €435 €
500.000 €935 €

Rechenbeispiel: Bei einem Kaufpreis von 1 Mio. € und einem Escrow von 10 % (100.000 €), der in zwei Tranchen zu je 50.000 € freigegeben wird, fallen zweimal 165 €, also 330 € zzgl. Umsatzsteuer und Auslagen an. Wird alles auf einmal ausgezahlt, sind es 273 € zzgl. USt. Stand: Oktober 2026.

Bei Banken und spezialisierten Treuhändern gibt es keine gesetzliche Gebührenordnung. Üblich sind Einrichtungs- und Verwaltungsentgelte, die individuell vereinbart werden. Holen Sie früh ein Angebot ein und regeln Sie im Kaufvertrag, wer die Kosten trägt. RÖDL weist darauf hin, dass ein Escrow in Verhandlungen oft leichter durchsetzbar ist als Bankgarantien oder W&I-Versicherungen, weil es meist deutlich günstiger ist.

Welche steuerlichen Fragen stellen sich?

Rechtliche und steuerliche Fallstricke beim Escrow in Deutschland im Überblick
Rechtliche und steuerliche Fallstricke beim Escrow in Deutschland im Überblick

Veräußerungsgewinn: Der auf dem Escrow hinterlegte Betrag ist Teil des vereinbarten Kaufpreises. Der Veräußerungsgewinn entsteht grundsätzlich im Zeitpunkt der Übertragung, auch für den hinterlegten Teil. Fließt später ein Betrag an den Käufer zurück, mindert das den Veräußerungspreis rückwirkend; nach der Rechtsprechung des Großen Senats des BFH (GrS 2/92) ist der Steuerbescheid für das Veräußerungsjahr dann zu ändern. Ähnlich wie beim Vendor Loan versteuert der Verkäufer also zunächst einen Betrag, den er noch nicht in der Hand hat. Planen Sie die Steuerzahlung deshalb aus dem frei ausgezahlten Teil.

Zinsen: Wem die Zinsen auf das Guthaben zustehen, ist eine Vertragsfrage. Herfurtner betont, dass Zinsen, Zahlungsflüsse und wirtschaftliche Berechtigung zutreffend zugeordnet werden müssen. Regeln Sie das im Escrow Agreement ausdrücklich.

Grunderwerbsteuer: Das hinterlegte Geld selbst löst keine Grunderwerbsteuer aus. Anders kann es sein, wenn nicht Geld, sondern GmbH-Anteile treuhänderisch gehalten werden und die Gesellschaft Grundbesitz hat. Solche Konstruktionen gehören vorher auf den Tisch der Steuerberatung.

Welche Alternativen zum Escrow gibt es?

Ein Escrow ist nicht das einzige Sicherungsmittel. Haufe weist darauf hin, dass Verkäufer sich häufig das Recht ausbedingen, den Escrow-Betrag durch eine Bankgarantie in gleicher Höhe abzulösen.

SicherungsmittelWer hält das Risiko?VorteilNachteil
Escrow-Kontoneutraler Treuhänderkein Ausfallrisiko für beide SeitenKaufpreis für Verkäufer zeitweise gebunden
KaufpreiseinbehaltKäufereinfach, kostenlosVerkäufer trägt Bonitäts- und Verzögerungsrisiko des Käufers
Bankgarantie des VerkäufersBank des VerkäufersVerkäufer erhält den vollen KaufpreisAvalprovision, setzt Kreditlinie und Bonität des Verkäufers voraus
W&I-VersicherungVersichererentlastet den Verkäufer von GarantiehaftungPrämie; bekannte Risiken sind regelmäßig ausgeschlossen
Earn-out / Vendor LoanVerkäuferüberbrückt BewertungslückenVerkäufer finanziert den Käufer mit

Bei klar bezifferbaren, kurzfristigen Risiken reicht oft ein Einbehalt oder eine Freistellung mit Cap. Bei langfristigen oder schwer bewertbaren Risiken ist ein Escrow die ausgewogenere Lösung, weil keine Seite einseitig über das Geld verfügen kann.

Perspektive: Warum saubere Escrow-Vereinbarungen bei kleineren Deals zählen

Gerade bei kleineren GmbH-Verkäufen wird das Escrow Agreement oft als Formalie behandelt. Dabei ersetzt es dort fehlendes Vertrauen zwischen Parteien, die sich kaum kennen. Wer die Auszahlungsregeln unscharf lässt oder die Abstimmung mit Notar und Steuerberatung erst nach dem Signing beginnt, riskiert genau den Konflikt, den das Escrow vermeiden soll.

— Adrien

Nachfolgehaus: GmbH verkaufen ohne Escrow-Verhandlungen

Nicht jeder Verkäufer möchte Treuhandkonten, Freigabeklauseln und Notarabstimmung selbst verhandeln. Beim Direktankauf durch Nachfolgehaus zahlen wir den Kaufpreis Zug um Zug gegen die Anteilsübertragung beim Notar aus. Für Verkäufer kostet der Verkauf 0 €: Wir übernehmen Notar, Handelsregister, Abwicklung und unsere eigene Leistung.

Nachfolgehaus
Nachfolgehaus

Mit dem kostenlosen Ankaufscheck erhalten Sie meist innerhalb von 24 Stunden eine Ersteinschätzung zu Ihrer GmbH; ein verbindliches Angebot folgt nach Prüfung der Unterlagen. Wer lieber an einen externen Käufer verkauft, findet die Wege im Leitfaden GmbH verkaufen. Rechts- und Steuerberatung leisten wir nicht; für die Gestaltung eines Escrow Agreements sind Anwalt, Notar und Steuerberatung die richtigen Ansprechpartner.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist ein Escrow-Konto?+

Ein Escrow-Konto ist ein Treuhandkonto, auf dem ein Teil des Kaufpreises bei einem neutralen Dritten, meist einem Notar oder einer Bank, hinterlegt wird. Weder Käufer noch Verkäufer können allein darüber verfügen. Ausgezahlt wird nur nach den Bedingungen des Escrow Agreements, etwa bei gemeinsamer Weisung, rechtskräftigem Titel oder Fristablauf.

Was bedeutet „Escrow“ auf Deutsch?+

„Escrow“ bedeutet treuhänderische Verwahrung. Im deutschen M&A-Sprachgebrauch spricht man vom Treuhandkonto, Treuhandeinbehalt oder, wenn der Notar verwahrt, vom Notaranderkonto. Gemeint ist immer, dass ein Dritter Geld verwahrt, bis vereinbarte Bedingungen eintreten.

Wie viel Prozent des Kaufpreises gehen auf das Escrow-Konto?+

Üblich sind 2 bis 25 % des Kaufpreises, in der Praxis häufig 5 bis 15 %. Die Höhe richtet sich nach den Risiken aus der Due Diligence und sollte zum Haftungshöchstbetrag (Cap) im Kaufvertrag passen. Die Laufzeit beträgt meist 12 bis 24 Monate.

Was kostet ein Notaranderkonto beim Unternehmenskauf?+

Der Notar berechnet je Auszahlung eine 1,0-Gebühr nach Tabelle B GNotKG aus dem ausgezahlten Betrag. Bei einer Auszahlung von 50.000 € sind das 165 €, bei 110.000 € 273 €, jeweils zzgl. Umsatzsteuer und Auslagen. Mehrere Tranchen lösen jeweils eine eigene Gebühr aus.

Wer zahlt die Kosten des Escrow-Kontos?+

Das ist Verhandlungssache und sollte im Kaufvertrag ausdrücklich geregelt sein. Naheliegend ist eine Teilung zwischen Käufer und Verkäufer, weil beide vom Escrow profitieren. Fehlt eine Regelung, entsteht leicht Streit über Kosten und Zinsen.

Inhaltlich verantwortlich: Adrien Lucas Besson, Geschäftsführer der Olon Pictures GmbH (Betreiberin von Nachfolgehaus).

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