Nachfolgehaus
Wissen · GmbH-Verkauf

Ablauf eines GmbH-Verkaufs

Ein GmbH-Verkauf folgt einem klaren Ablauf. Wer die einzelnen Phasen kennt, kann sich besser vorbereiten und Verzögerungen vermeiden. Dieser Beitrag beschreibt den Prozess Schritt für Schritt.

Verfasst von Redaktion NachfolgehausVeröffentlicht: 20.3.2026Aktualisiert: 22.10.2026
Auf einen Blick
  • ▪Erstprüfung und Bewertung
  • ▪Vertraulichkeit (NDA) und Übermittlung von Unterlagen
  • ▪Indikatives Angebot und Verhandlung
  • ▪Notarielle Beurkundung und Handelsregisterumtragung

Phase 1: Vorprüfung

Im ersten Schritt werden Eckdaten zur Gesellschaft erfasst: Branche, Aktivitätsstatus, Stammkapital, Bonität, Verbindlichkeiten und vorhandene Unterlagen. Ziel ist eine erste Einschätzung der Verkaufsfähigkeit.

Phase 2: Bewertung und Indikation

Auf Basis der eingereichten Unterlagen erfolgt eine erste Indikation des Kaufpreisrahmens. Je vollständiger die Unterlagen, desto belastbarer die Einschätzung.

Phase 3: Due Diligence

Der Käufer prüft die Gesellschaft strukturiert: Recht, Steuern, Finanzen, Verträge. Bei kleineren GmbHs dauert dies meist ein bis drei Wochen.

Phase 4: Notartermin und Vollzug

Nach Einigung wird der Geschäftsanteilskaufvertrag notariell beurkundet (§ 15 Abs. 3 GmbHG). Anschließend erfolgen Handelsregisteranmeldung und Transparenzregistermeldung.

Schritt 1: Vorbereitung und Bestandsaufnahme

Ein GmbH-Verkauf beginnt nicht beim Käufer, sondern bei den eigenen Unterlagen. Prüfen Sie, ob die letzten drei Jahresabschlüsse vorliegen und offengelegt sind, ob die Gesellschafterliste im Handelsregister aktuell ist und ob die Angaben im Transparenzregister stimmen. Klären Sie außerdem, welche Verträge, Darlehen und Bürgschaften bestehen.

Ein Blick in den Gesellschaftsvertrag ist Pflicht. Viele Satzungen enthalten eine Vinkulierung nach § 15 Abs. 5 GmbHG: Die Abtretung von Anteilen braucht dann die Zustimmung der Gesellschaft oder der übrigen Gesellschafter. Auch Vorkaufsrechte von Mitgesellschaftern müssen Sie kennen, bevor Sie mit Käufern sprechen.

Eckdaten Ihrer GmbH prüfen lassen?
Rückmeldung in der Regel innerhalb eines Werktages.
Ankaufscheck starten →

Schritt 2: Wert einschätzen und Verkaufsweg wählen

Danach folgt eine realistische Einschätzung des Werts. Bei einer operativen GmbH zählt vor allem der nachhaltige Ertrag, bei einer Gesellschaft ohne Geschäft eher Historie, Bonität und saubere Unterlagen.

Dann entscheiden Sie über den Weg: Direktverkauf an einen Ankäufer wie Nachfolgehaus, diskrete Vermittlung an geprüfte Investoren oder ein Verkauf im eigenen Netzwerk. Der Direktankauf ist meist der schnellste Weg, die Vermittlung kann bei operativen Gesellschaften einen höheren Preis bringen.

Schritt 3: Käufer, Vertraulichkeit und Absichtserklärung

Bevor Sie Details herausgeben, unterschreibt der Interessent eine Geheimhaltungsvereinbarung. Erst danach erhält er ein Exposé mit Kennzahlen. Einigen Sie sich auf die Eckdaten, halten Sie diese in einer Absichtserklärung (Letter of Intent) fest: Kaufpreis, Zahlungsweise, Zeitplan, Exklusivität.

Die Absichtserklärung sollte ausdrücklich unverbindlich sein, was die Abtretung selbst angeht. Eine verbindliche Verpflichtung zur Abtretung wäre nach § 15 Abs. 4 GmbHG nur notariell wirksam.

Schritt 4: Prüfung durch den Käufer und Kaufvertrag

Der Käufer prüft die Gesellschaft (Due Diligence): Jahresabschlüsse, Steuern, Verträge, Bankkonten, Verbindlichkeiten. Je vollständiger Ihre Unterlagen, desto kürzer diese Phase.

Parallel entsteht der Entwurf des Anteilskaufvertrags. Darin stehen Kaufpreis und Fälligkeit, Garantien des Verkäufers, Regelungen zu Geschäftsführung und Stichtag. Lassen Sie sich den Entwurf rechtzeitig vor dem Notartermin geben.

Schritt 5: Notartermin und was danach passiert

Die Abtretung der Geschäftsanteile wird notariell beurkundet (§ 15 Abs. 3 GmbHG). Nach der Beurkundung reicht der Notar die neue Gesellschafterliste beim Handelsregister ein (§ 40 Abs. 2 GmbHG) und zeigt den Vorgang dem Finanzamt an (§ 54 EStDV).

Wechselt die Geschäftsführung, wird der bisherige Geschäftsführer abberufen und der neue zur Eintragung ins Handelsregister angemeldet (§ 39 GmbHG). Außerdem sind das Transparenzregister, die Bank und wichtige Vertragspartner zu informieren. Bei Nachfolgehaus ist ein Notartermin in der Regel innerhalb von fünf Wochen möglich.

Voraussetzungen für einen Verkauf

  • ▪Vollständige Unterlagen
  • ▪Bereitschaft zur Fortführung bis zur Übergabe
  • ▪Klarer Ansprechpartner auf Verkäuferseite

Mögliche Risiken

  • ▪Verzögerungen durch unvollständige Buchhaltung
  • ▪Streit über Garantien und Freistellungen
  • ▪Übersehene Change-of-Control-Klauseln

Erforderliche Unterlagen

  • ▪Handelsregisterauszug
  • ▪Gesellschaftsvertrag
  • ▪Jahresabschlüsse der letzten zwei Jahre
  • ▪Aktuelle BWA

Typischer Ablauf

  1. 01Erstgespräch
  2. 02Bewertung und Indikation
  3. 03NDA und Datenraum
  4. 04Due Diligence
  5. 05Vertragsverhandlung
  6. 06Notartermin und Handelsregistereintrag
Bearbeitungsdauer

Vier bis sechs Wochen bei vollständigen Unterlagen.

Kosten

Für Verkäufer 0 €: Kosten und Vergütung trägt der Käufer – beim Direktankauf ist das Nachfolgehaus selbst. Das gilt auch für Notar und Handelsregister.

Häufige Fehler

  • ▪Unterlagen zu spät zusammenstellen
  • ▪Werthebel nicht klar benennen
  • ▪Mehrere unkoordinierte Käufergespräche parallel führen

Häufige Fragen

Typischerweise vier bis sechs Wochen bei vollständigen Unterlagen.

Möchten Sie Ihre GmbH verkaufen?

Übermitteln Sie uns unverbindlich die wichtigsten Eckdaten Ihrer Gesellschaft. Nach einer ersten Prüfung erhalten Sie eine Einschätzung zu den möglichen nächsten Schritten.

Inhaltlich verantwortlich: Adrien Lucas Besson, Geschäftsführer der Olon Pictures GmbH (Betreiberin von Nachfolgehaus).