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Wissen · GmbH-Verkauf

Steuern beim GmbH-Verkauf

Steuerliche Aspekte entscheiden häufig über den wirtschaftlichen Erfolg eines Verkaufs. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Themen aus Sicht des Verkäufers. Die steuerliche Behandlung hängt vom Einzelfall ab. Diese Informationen stellen keine Steuerberatung dar. Bitte lassen Sie Ihre konkrete Situation durch einen Steuerberater prüfen.

Verfasst von Redaktion NachfolgehausVeröffentlicht: 30.3.2026Aktualisiert: 22.10.2026
Auf einen Blick
  • ▪Veräußerungsgewinn natürlicher Personen unter dem Teileinkünfteverfahren.
  • ▪Kapitalgesellschaften nutzen § 8b KStG.
  • ▪Bei Immobilienbesitz ist die Grunderwerbsteuer zu prüfen.
  • ▪Verlustvorträge können entfallen oder fortgeführt werden.

Verkäufer ist eine natürliche Person

Der Veräußerungsgewinn unterliegt dem Teileinkünfteverfahren: 60 % des Gewinns sind steuerpflichtig, der individuelle Einkommensteuersatz gilt. Wie der Verkauf selbst abläuft, lesen Sie auf der Seite GmbH verkaufen.

Verkäufer ist eine Kapitalgesellschaft

Nach § 8b KStG sind Veräußerungsgewinne weitgehend steuerfrei (5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben).

Sondertatbestände

Hält die GmbH Immobilien, ist die Grunderwerbsteuer bei Anteilsübertragungen über bestimmten Schwellen relevant. Verlustvorträge können nach § 8c KStG entfallen oder nach § 8d KStG fortgeführt werden.

Anteile im Privatvermögen: § 17 EStG

Halten Sie die Anteile privat und waren Sie in den letzten fünf Jahren mit mindestens einem Prozent beteiligt, ist der Veräußerungsgewinn nach § 17 EStG steuerpflichtig. Es gilt das Teileinkünfteverfahren: 60 Prozent des Gewinns werden mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert, 40 Prozent bleiben steuerfrei (§ 3 Nr. 40 EStG).

Bei kleineren Gewinnen hilft der Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG. Er beträgt 9.060 Euro, anteilig nach Beteiligungsquote, und schmilzt ab, sobald der Gewinn 36.100 Euro übersteigt.

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Anteile in einer Holding: § 8b KStG

Gehören die Anteile einer Kapitalgesellschaft, etwa Ihrer Holding-GmbH, ist der Veräußerungsgewinn nach § 8b KStG grundsätzlich steuerfrei. Fünf Prozent gelten pauschal als nicht abziehbare Betriebsausgaben, sodass effektiv eine geringe Steuerbelastung bleibt.

Wer die Holding erst kurz vor dem Verkauf gründet und die Anteile steuerneutral einbringt, riskiert eine rückwirkende Besteuerung: Nach § 22 UmwStG gilt eine Sperrfrist von sieben Jahren. Die Holding-Frage gehört deshalb in die langfristige Planung.

Was beim Verkauf in der GmbH passiert

Die GmbH selbst zahlt beim Anteilsverkauf keine Steuer auf den Kaufpreis. Steuerlich relevant ist aber, was mit ihren Verlustvorträgen geschieht: Werden innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 Prozent der Anteile übertragen, gehen sie nach § 8c KStG grundsätzlich unter, sofern nicht § 8d KStG greift.

Besitzt die GmbH Grundstücke, kann der Verkauf von mindestens 90 Prozent der Anteile Grunderwerbsteuer auslösen (§ 1 Abs. 3 GrEStG). Das sollte vor dem Notartermin geklärt sein.

Typische Fehler vermeiden

Häufige Fehler sind eine zu späte Holding-Gründung, übersehene Gesellschafterdarlehen und verdeckte Gewinnausschüttungen in den Jahren vor dem Verkauf. Auch Zahlungen, die neben dem Kaufpreis an den Verkäufer fließen, etwa für ein Wettbewerbsverbot oder eine Beratertätigkeit, werden steuerlich gesondert betrachtet.

Unser Rat: Lassen Sie die steuerliche Seite vor der Käuferansprache von Ihrem Steuerberater durchrechnen. Die Hinweise auf dieser Seite ersetzen keine Steuerberatung.

Voraussetzungen für einen Verkauf

  • ▪Frühzeitige Einbindung des Steuerberaters
  • ▪Sauberer Steuerbescheidstand
  • ▪Klare Eigentumsstruktur

Mögliche Risiken

  • ▪Unterschätzung der Steuerlast
  • ▪Wegfall von Verlustvorträgen
  • ▪Grunderwerbsteuer bei Immobilien

Erforderliche Unterlagen

  • ▪Steuerbescheide
  • ▪Anteilskaufverträge der Vergangenheit
  • ▪Übersicht zum Immobilienbesitz

Typischer Ablauf

  1. 01Steuerliche Strukturplanung
  2. 02Berechnung der Veräußerungsfolgen
  3. 03Beurkundung
  4. 04Versteuerung im Folgejahr
Bearbeitungsdauer

Die steuerliche Vorbereitung sollte vor Verhandlungsbeginn erfolgen.

Kosten

Die Kosten entstehen für die individuelle Steuerberatung.

Häufige Fehler

  • ▪Steuer erst nach Vertragsschluss prüfen
  • ▪Holding-Strukturen zu spät umsetzen
  • ▪Verlustvorträge als wertbestimmend annehmen

Häufige Fragen

Bei natürlichen Personen über das Teileinkünfteverfahren, bei Kapitalgesellschaften nach § 8b KStG.
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung dar. Bei rechtlichen oder steuerlichen Einzelfragen sollte eine entsprechend qualifizierte Beratung eingeholt werden.

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Inhaltlich verantwortlich: Adrien Lucas Besson, Geschäftsführer der Olon Pictures GmbH (Betreiberin von Nachfolgehaus).