GmbH mit negativem Eigenkapital kaufen oder verkaufen
GmbH mit negativem Eigenkapital kaufen oder verkaufen: Fehlbetrag nach § 268 HGB, Unterschied zur Insolvenzreife, Prüfung, Kaufpreis und Ablauf bis zum Notar.

Eine GmbH mit negativem Eigenkapital lässt sich kaufen und verkaufen. Die Geschäftsanteile sind übertragbar, der Notar beurkundet die Abtretung, und die Schulden bleiben in der Gesellschaft. Entscheidend ist, dass beide Seiten zwei Fragen sauber trennen: Steht in der Bilanz nur ein Fehlbetrag, oder ist die Gesellschaft bereits insolvenzreif? Im ersten Fall ist der Verkauf ein normaler Vorgang mit besonderer Sorgfalt bei Kaufpreis und Garantien. Im zweiten Fall laufen gesetzliche Antragsfristen, und zwar auch während der Verkaufsgespräche. Hier erfahren Sie, wie Sie beides unterscheiden, was ein Käufer prüft, wie Schulden den Preis bestimmen und wie der Ablauf bis zum Notartermin aussieht.
- Negatives Eigenkapital ist zunächst eine Bilanzzahl: Die Schulden übersteigen das Vermögen zu Buchwerten. Das macht eine GmbH nicht automatisch insolvenzreif.
- Insolvenzrechtlich zählt, ob die Gesellschaft zahlungsfähig ist und ob ihre Fortführung in den nächsten zwölf Monaten überwiegend wahrscheinlich ist (§ 19 InsO).
- Beim Anteilskauf (Share Deal) übernimmt der Käufer die GmbH mit allen Verbindlichkeiten. Der Kaufpreis bildet das über Abschläge, Garantien und Freistellungen ab.
- Wer sämtliche Anteile verkauft, muss existenzgefährdende Verbindlichkeiten ungefragt offenlegen. Verschweigen kann zu Schadensersatz oder Rückabwicklung führen.
- Gesellschafterdarlehen sind der größte Hebel: Ob sie erlassen, umgewandelt oder mitverkauft werden, entscheidet oft über den Anteilswert.
Was bedeutet negatives Eigenkapital in der Bilanz?
Das Eigenkapital einer GmbH setzt sich aus Stammkapital, Rücklagen und Gewinn- oder Verlustvortrag zusammen. Häufen sich Verluste an, schmilzt dieser Posten. Ist er vollständig aufgezehrt und übersteigen die Passivposten die Aktivposten, verlangt das Handelsgesetzbuch einen eigenen Ausweis: Nach § 268 Abs. 3 HGB steht dann am Schluss der Aktivseite der Posten „Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“.
Das klingt dramatischer, als es oft ist. Die Bilanz bewertet zu Buchwerten. Eine Immobilie, die vor zwanzig Jahren gekauft und seither abgeschrieben wurde, steht mit einem Bruchteil ihres Marktwerts in den Büchern. Selbst geschaffene Werte wie ein Kundenstamm oder eine bekannte Marke erscheinen häufig gar nicht. Umgekehrt belasten Gesellschafterdarlehen die Bilanz als Verbindlichkeit, auch wenn kein fremder Gläubiger drängt.
Typische Ursachen für einen Fehlbetrag sind:
- Anlaufverluste in den ersten Geschäftsjahren, etwa bei Start-ups oder Projektgesellschaften
- hohe Abschreibungen nach Investitionen
- Finanzierung über Gesellschafterdarlehen statt über Eigenkapital
- einmalige Verluste aus einem Großauftrag, einem Forderungsausfall oder einer Branchenkrise
Für Käufer und Verkäufer ist der Fehlbetrag deshalb ein Signal, genauer hinzusehen, aber kein Urteil über den Wert der Gesellschaft. Er wirkt sich allerdings auf Bankgespräche und die Bonitätsbewertung aus, was beim Verkauf ein Argument im Preis ist.
Ist bilanzielle Überschuldung schon Insolvenzreife?
Nein. Ein negatives Eigenkapital in der Handelsbilanz, die sogenannte buchmäßige Überschuldung, ist nicht dasselbe wie eine Überschuldung im Sinne der Insolvenzordnung. Für die Antragspflicht zählen zwei andere Tatbestände.
| Begriff | Was geprüft wird | Folge für die Geschäftsführung |
|---|---|---|
| Bilanzielle Überschuldung | Eigenkapital in der Handelsbilanz ist negativ (Buchwerte) | Warnsignal, eigene Prüfung der Insolvenzreife nötig |
| Insolvenzrechtliche Überschuldung | Vermögen zu realistischen Werten deckt die Verbindlichkeiten nicht, und die Fortführung in den nächsten 12 Monaten ist nicht überwiegend wahrscheinlich | Antragspflicht, spätestens nach sechs Wochen |
| Zahlungsunfähigkeit | Fällige Zahlungspflichten können nicht erfüllt werden | Antragspflicht, spätestens nach drei Wochen |
Entscheidend für die Überschuldung ist die Fortbestehensprognose. Ist die Fortführung des Unternehmens nach § 19 Abs. 2 InsO in den nächsten zwölf Monaten überwiegend wahrscheinlich, liegt keine insolvenzrechtliche Überschuldung vor, selbst wenn die Bilanz rot ist. Grundlage ist in der Praxis ein belastbarer Finanzplan mit Liquiditätsvorschau. Gesellschafterdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt bleiben in dieser Überschuldungsprüfung außer Ansatz, in der Handelsbilanz stehen sie aber weiter als Verbindlichkeit.
Kippt die Lage, gilt § 15a InsO: Die Geschäftsführer müssen ohne schuldhaftes Zögern einen Insolvenzantrag stellen, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit und sechs Wochen nach Eintritt der Überschuldung. Diese Pflicht hängt am Eintritt der Krise, nicht an einem laufenden Verkaufsprozess. Ein geplanter Verkauf verlängert keine Frist.
Wenn Sie als Geschäftsführer nicht sicher sind, auf welcher Seite der Linie Ihre GmbH steht, lassen Sie die Insolvenzreife von einem Fachanwalt für Insolvenzrecht oder einem Steuerberater mit Sanierungserfahrung prüfen, bevor Sie Verkaufsgespräche aufnehmen. Das schützt Sie persönlich und macht Ihre Gesellschaft für Käufer erst verhandelbar.
Darf man eine GmbH mit Schulden verkaufen?
Ja. Nach § 15 GmbHG sind Geschäftsanteile veräußerlich. Sowohl die Abtretung als auch schon die Verpflichtung dazu müssen notariell beurkundet werden. Der Gesellschaftsvertrag kann zusätzliche Hürden vorsehen, etwa die Zustimmung der Gesellschafterversammlung oder Vorkaufsrechte der Mitgesellschafter. Prüfen Sie Ihre Satzung deshalb zuerst.
Die Schulden selbst wandern dabei nicht. Sie gehören der GmbH, nicht dem Gesellschafter. Beim Anteilskauf besteht die Gesellschaft nach Darstellung der IHK zur Unternehmensnachfolge mit Aktiva und Passiva unverändert fort, alle Rechte und Pflichten bleiben in der GmbH. Für Gläubiger ändert sich ihr Schuldner nicht, nur dessen Eigentümer.
Nicht verkaufen lässt sich eine Gesellschaft, die bereits insolvenzreif ist und durch den Verkauf an einen Strohmann nur aus dem Blickfeld der Gläubiger verschwinden soll. Seriöse Käufer machen dabei nicht mit, und für Geschäftsführer bleibt die Antragspflicht bestehen. Bei einer insolvenzreifen Gesellschaft sind Sanierung, Insolvenzverfahren oder eine geordnete Abwicklung die richtigen Wege. Warum die sogenannte Firmenbestattung kein Ausweg ist, erklären wir in der Folge GmbH mit Schulden verkaufen: geht das?
Share Deal oder Asset Deal: Was passiert mit den Verbindlichkeiten?
Wer eine GmbH mit Schulden übernimmt, hat zwei Grundmodelle zur Wahl. Welches passt, hängt davon ab, ob der Käufer die Gesellschaft selbst will oder nur ihren Betrieb.
| Kriterium | Share Deal (Anteilskauf) | Asset Deal (Kauf einzelner Wirtschaftsgüter) |
|---|---|---|
| Gegenstand | Geschäftsanteile der GmbH | Ausgewählte Vermögenswerte, ggf. einzelne Verbindlichkeiten |
| Verbindlichkeiten | Bleiben vollständig in der GmbH | Nur die ausdrücklich übernommenen |
| Verträge, Lizenzen, Bonität | Bleiben bestehen | Vertragsübernahme braucht die Zustimmung des Vertragspartners |
| Form | Notarielle Beurkundung nach § 15 GmbHG | Je nach Vermögensgegenstand, z. B. notariell bei Grundstücken |
| Haftungsfalle | Unbekannte Altlasten | § 25 HGB bei Fortführung unter bisheriger Firma |
Auch der Asset Deal schließt die Haftung nicht pauschal aus: Wer das Handelsgeschäft unter der bisherigen Firma fortführt, haftet nach § 25 HGB für die Betriebsschulden, sofern der Ausschluss nicht im Handelsregister eingetragen oder den Gläubigern mitgeteilt wird. Zudem weist die IHK Pfalz darauf hin, dass interne Freistellungen zwischen Käufer und Verkäufer grundsätzlich nicht gegenüber den Gläubigern wirken.
Für Verkäufer einer GmbH mit negativem Eigenkapital ist der Share Deal meist die sauberere Lösung: Die Gesellschaft geht als Ganzes über, der Verkäufer scheidet aus, die Verbindlichkeiten sind eingepreist. Wie die Haftung zwischen beiden Seiten dann verteilt ist, zeigen wir im Beitrag zur Haftung beim Share Deal.
Was prüft ein Käufer vor dem Anteilskauf?
Wer Anteile an einer GmbH mit Fehlbetrag kauft, übernimmt auch das, was nicht in der Bilanz steht. Die Handelskammer Hamburg beschreibt das Risiko so: Beim Share Deal trägt der Erwerber wirtschaftlich auch nicht erkannte Verbindlichkeiten und Altlasten, die eine Due Diligence aufdecken soll.
Eine sinnvolle Prüfung bei einer verschuldeten GmbH deckt mindestens ab:
- Jahresabschlüsse und aktuelle BWA: Höhe und Entwicklung des Fehlbetrags, Zusammensetzung der Verbindlichkeiten.
- Gläubigerstruktur: Wer ist Gläubiger? Bank, Lieferanten, Finanzamt, Gesellschafter? Gibt es Rangrücktritte?
- Liquiditätsplanung: Reicht das Geld für die nächsten zwölf Monate, und auf welchen Annahmen beruht die Fortbestehensprognose?
- Steuern und Sozialabgaben: Rückstände, laufende Betriebsprüfungen, offene Bescheide.
- Verträge: Change-of-Control-Klauseln, Bürgschaften, Leasing, Mietverträge.
- Rechtsstreitigkeiten und Reputation: Klagen, Vollstreckungen, Einträge bei Auskunfteien.
Welche Punkte zuerst kommen und welche Warnsignale einen Deal kippen sollten, steht in unserer Due-Diligence-Checkliste für Käufer. Wie Sie das Umfeld der Gesellschaft unauffällig prüfen, zeigt die Reputationsprüfung beim Firmenkauf.
Auf der Verkäuferseite gilt eine harte Regel. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 4. April 2001, VIII ZR 32/00) muss der Verkäufer sämtlicher Geschäftsanteile ungefragt über Umstände aufklären, die die Überlebensfähigkeit der Gesellschaft ernsthaft gefährden, insbesondere über drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Offenheit ist hier keine Verhandlungsschwäche, sondern Ihr Schutz gegen spätere Ansprüche.
Wie bestimmen Schulden den Kaufpreis?
Bei einer GmbH mit negativem Eigenkapital ist der Kaufpreis selten eine große Zahl auf dem Konto des Verkäufers. Er ist das Ergebnis einer Rechnung: Was ist das laufende Geschäft wert, und wie viel davon zehren die Schulden auf?

Rechenbeispiel (vereinfacht, fiktive Zahlen): Eine Dienstleistungs-GmbH erwirtschaftet nachhaltig ein operatives Ergebnis, das ein Käufer mit 400.000 € Unternehmenswert ansetzt. In den Büchern stehen 520.000 € Verbindlichkeiten, davon 300.000 € Gesellschafterdarlehen, dazu 60.000 € liquide Mittel. Die Bilanz zeigt einen Fehlbetrag. Verzichtet der Gesellschafter auf sein Darlehen oder wandelt es in Eigenkapital um, bleiben 220.000 € Fremdschulden. Der Wert der Anteile liegt dann rechnerisch bei 400.000 € minus 220.000 € plus 60.000 €, also 240.000 €. Ohne Verzicht ergäbe sich ein negativer Anteilswert von minus 60.000 €, und ein Käufer würde allenfalls einen symbolischen Preis zahlen. Das Beispiel behandelt der Einfachheit halber alle Verbindlichkeiten wie Finanzschulden; in der Praxis werden laufende Lieferantenverbindlichkeiten oft über das Working Capital berücksichtigt.
Das Beispiel zeigt, wo die Hebel für Verkäufer liegen:
- Gesellschafterdarlehen ordnen: Ein Verzicht oder eine Umwandlung in Eigenkapital verbessert Bilanz und Anteilswert. Achtung: Ist die Darlehensforderung nicht mehr voll werthaltig, kann ein Verzicht bei der GmbH einen steuerpflichtigen Ertrag auslösen. Ein Rangrücktritt hilft bei der insolvenzrechtlichen Überschuldung, beseitigt den Fehlbetrag in der Handelsbilanz aber nicht. Die Varianten vergleicht unser Beitrag zu Gesellschafterdarlehen beim GmbH-Verkauf.
- Stille Reserven belegen: Gutachten für Immobilien, Maschinen oder Rechte holen den Marktwert in die Verhandlung.
- Verlustvorträge realistisch sehen: Steuerliche Verlustvorträge gehen bei einem Anteilseignerwechsel oft verloren. Werden innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 % der Anteile an einen Erwerber übertragen, liegt nach § 8c KStG ein schädlicher Beteiligungserwerb vor. Ausnahmen wie die Stille-Reserven-Klausel oder § 8d KStG erklärt unser Beitrag GmbH mit Verlustvortrag verkaufen; den Einzelfall klären Sie mit Ihrem Steuerberater.
Auf der Vertragsebene verteilen Käufer und Verkäufer das Restrisiko mit bewährten Werkzeugen: Garantien des Verkäufers zu Bilanz und Verbindlichkeiten, Freistellungen für bestimmte Altlasten, Kaufpreiseinbehalte auf einem Treuhandkonto und auf Wunsch eine Versicherung für Gewährleistungsrisiken. Für Gesellschaften in der Krise kommen außerdem Liquiditätszusagen oder Patronatserklärungen in Betracht. Wie weit Garantien gehen sollten, erklären wir bei den Verkäufergarantien im Share Deal, was eine Versicherung abdeckt, im Beitrag zur W&I-Versicherung bei M&A.
Welche Kosten und Steuerpunkte fallen beim Verkauf an?
Drei Kostenblöcke fallen fast immer an:
- Notar: Die Beurkundung der Anteilsabtretung ist Pflicht. Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und hängen vom Geschäftswert ab. Für Geschäftsanteile knüpft § 54 GNotKG grundsätzlich an das anteilige Eigenkapital an, ein höherer Kaufpreis geht vor. Bei einer GmbH mit Fehlbetrag kann der Geschäftswert daher niedrig ausfallen.
- Steuer- und Rechtsberatung: Prüfung der Insolvenzreife, Vertragsentwurf, Steuerfolgen für Verkäufer und Gesellschaft.
- Vermittlung: Klassische Unternehmensbörsen und Makler verlangen häufig eine Provision vom Verkäufer. Bei Nachfolgehaus entstehen für Verkäufer keine Kosten: Kosten und Vergütung trägt der Käufer.
Für Käufer, die statt Anteilen einzelne Wirtschaftsgüter übernehmen, ist ein Steuerpunkt wichtig: Nach § 75 AO haftet der Erwerber eines Unternehmens für bestimmte betriebliche Steuern. Für Erwerbe aus einer Insolvenzmasse gilt diese Haftung nicht. Beim Share Deal stellt sich die Frage anders, denn die Steuerschulden bleiben ohnehin in der GmbH.
Wie läuft der Verkauf einer GmbH mit Verbindlichkeiten ab?
- Status klären: Aktuelle Zahlen, Liquiditätsplan, Fortbestehensprognose. Ist die GmbH nicht insolvenzreif, ist der Weg frei.
- Satzung prüfen: Zustimmungsvorbehalte, Vorkaufsrechte, Vinkulierung nach § 15 Abs. 5 GmbHG.
- Unterlagen aufbereiten: Jahresabschlüsse, Verbindlichkeitenspiegel, Verträge, Steuerbescheide. Je vollständiger, desto schneller die Prüfung.
- Vertrauliche Erstprüfung: Über den Ankaufscheck reichen Sie Ihre Gesellschaft vertraulich ein und erfahren, ob ein Direktankauf oder eine Vermittlung an geprüfte Käufer in Frage kommt.
- Käufer qualifizieren: Nicht jeder Interessent ist solvent oder seriös. Worauf Sie achten, steht im Beitrag Kaufinteressenten qualifizieren.
- Verhandlung und Vertrag: Kaufpreis, Umgang mit Gesellschafterdarlehen, Garantien, Freistellungen, Einbehalte.
- Notartermin: Beurkundung der Abtretung, danach neue Gesellschafterliste zum Handelsregister.
- Nach dem Closing: Kaufpreiszahlung, Wechsel der Geschäftsführung, Meldungen an Banken, Finanzamt und Transparenzregister.
Wie Sie dafür sorgen, dass der Kaufpreis wirklich ankommt, zeigt unser Beitrag zur Kaufpreisabsicherung im M&A. Praxisfälle mit typischen Fallstricken finden Sie unter Verschuldete GmbH verkaufen.
Unsere Sicht: Klarheit zählt mehr als die Höhe des Fehlbetrags
Viele Gesellschaften sehen in der Bilanz schlechter aus als im Geschäft. Ein Fehlbetrag aus Anlaufverlusten oder Gesellschafterdarlehen ist für einen Käufer oft lösbar, solange die Zahlen offen auf dem Tisch liegen.
Was einen Verkauf scheitern lässt, ist selten die Höhe der Schulden, sondern Unklarheit: kein Verbindlichkeitenspiegel, keine Liquiditätsplanung, ungeklärte Darlehen. Deshalb sollte die Prüfung vertraulich beginnen, bevor ein Interessent den Namen Ihrer Gesellschaft erfährt. Gerade bei negativem Eigenkapital ist Diskretion viel wert, denn Lieferanten und Banken sollen nicht aus einem Inserat von Ihren Plänen erfahren.
Wie lassen Sie Ihre GmbH mit Fehlbetrag prüfen?
Sie wollen wissen, ob Ihre GmbH trotz roter Bilanz einen Käufer findet? Alles zu Verbindlichkeiten, Kaufpreis und verbleibender Haftung bündelt unsere Seite GmbH verkaufen mit Schulden. Über den kostenlosen Ankaufscheck reichen Sie Ihre Gesellschaft vertraulich ein. Eine erste Einschätzung gibt es in der Regel innerhalb eines Werktages, ein konkretes Kaufangebot nach Prüfung der Unterlagen in 24 Stunden. Für Verkäufer entstehen keine Kosten: Kosten und Vergütung trägt der Käufer.
Einen ersten Richtwert liefert unser Wertrechner. Auf Käuferseite finden Sie sofort verfügbare Gesellschaften unter GmbH kaufen mit Bonität.
Die Hinweise in diesem Beitrag ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.
Quellen
- § 268 HGB: Vorschriften zu einzelnen Posten der Bilanz
- § 19 InsO: Überschuldung
- § 15a InsO: Antragspflicht bei juristischen Personen
- § 15 GmbHG: Übertragung von Geschäftsanteilen
- § 25 HGB: Haftung des Erwerbers bei Firmenfortführung
- § 75 AO: Haftung des Betriebsübernehmers
- § 8c KStG: Verlustabzug bei Körperschaften
- § 54 GNotKG: Bestimmte Gesellschaftsanteile
- IHK: Unternehmensnachfolge, rechtliche Aspekte
- IHK Pfalz: Geschäftsübernahme
- Handelskammer Hamburg: Unternehmenskauf, häufige Fragen
Häufige Fragen
Ist meine GmbH mit negativem Eigenkapital automatisch insolvent?+
Nein. Negatives Eigenkapital ist eine bilanzielle Überschuldung zu Buchwerten. Insolvenzreif ist die Gesellschaft erst bei Zahlungsunfähigkeit oder bei insolvenzrechtlicher Überschuldung, also wenn das Vermögen die Schulden nicht deckt und die Fortführungsprognose für zwölf Monate negativ ausfällt.
Haftet der Käufer persönlich für die Schulden der GmbH?+
Beim Anteilskauf bleiben die Verbindlichkeiten in der GmbH, der Käufer haftet nicht persönlich. Er trägt aber wirtschaftlich das Risiko, weil seine Anteile durch die Schulden an Wert verlieren. Deshalb gehören Due Diligence, Garantien und Freistellungen in jeden Vertrag.
Kann ich meine GmbH für einen Euro verkaufen?+
Ein symbolischer Kaufpreis ist zulässig und bei Gesellschaften mit hohem Fehlbetrag nicht ungewöhnlich. Er muss trotzdem notariell beurkundet werden, und Sie müssen existenzgefährdende Verbindlichkeiten offenlegen. Ob Ihre GmbH mehr wert ist, zeigt eine Prüfung von Geschäft, stillen Reserven und Darlehen.
Was passiert mit meinem Gesellschafterdarlehen beim Verkauf?+
Das regelt der Kaufvertrag. Üblich sind ein Verzicht, eine Umwandlung in Eigenkapital oder der Mitverkauf der Darlehensforderung an den Käufer. Ein Verzicht auf eine nicht mehr werthaltige Forderung kann bei der GmbH Steuern auslösen, klären Sie die Variante deshalb vorab mit Ihrem Steuerberater.
Gehen die Verlustvorträge der GmbH beim Verkauf verloren?+
Werden innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 % der Anteile an einen Erwerber übertragen, gehen nicht genutzte Verluste nach § 8c KStG grundsätzlich unter. Ausnahmen bestehen etwa bei stillen Reserven oder unter den Voraussetzungen des § 8d KStG. Verlustvorträge sollten deshalb nicht fest in den Kaufpreis eingerechnet werden.
Wie dieser Schritt in den Gesamtprozess einzuordnen ist, lesen Sie unter Ablauf beim GmbH-Verkauf; für die Möglichkeit eines direkten Gesellschaftsankaufs ohne Vermittlungsphase finden Sie dort die Voraussetzungen.
Inhaltlich verantwortlich: Adrien Lucas Besson, Geschäftsführer der Olon Pictures GmbH (Betreiberin von Nachfolgehaus).